Sangeskunst unterm Maibaum

 

Murrhardter Zeitung vom 02.05.2016

Große Besucherschar beim 24. Maibaumfest des Liederkranzes auf dem Murrhardter Marktplatz

Glück mit dem Wetter hatte heuer der Liederkranz Murrhardt, der zum 24. Mal sein traditionelles Maibaumfest feierte. Meist blieb es am Wochenende trocken, oft schien auch die Sonne, und bei angenehmen Temperaturen genossen viele Besucher das Ambiente und die heitere Frühlingsstimmung auf dem Marktplatz sowie einen harmonischen Chorliederreigen.

Der gemischte Chor singt seine Lieder unter dem Maibaum.Fotos: E. Klaper

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Atmosphärische Musicals im Doppelpack

Murrhardter Zeitung vom 14.03.2016

Liederkranz-Jahreskonzert: Kinder- und Jugendchöre präsentieren Zirkus Furioso, Da Capo West Side Story und Gesamtchor Evergreens

In nostalgischen Erinnerungen schwelgen, Zirkusluft schnuppern und eine kleine Zeitreise über den großen Teich nach New York unternehmen: Möglich machten dies die zwischen 5 und 85 Jahre alten Sänger der Liederkranz-Chöre, die sich bei ihrem Jahreskonzert mächtig ins Zeug legten.

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Roland Cupal steht nun dem Liederkranz vor

Murrhardter Zeitung vom 27.01.2016

Wahlen und Ehrungen bei der Hauptversammlung – Murrhardter Verein hat zurzeit 160 Mitglieder

 Das neue Vorstandsteam gemeinsam mit den Geehrten, die dem Verein seit beachtlicher Zeit die Treue halten (von links): Klaus Wieland, Elke Binder, Gerhard Rentschler, Bernhard Mohr, Barbara Stadler, Roland Cupal, Jasmin Fohrer, Jutta Härtner, Helmut Weisheit und Martina Giesinger. Foto: P. Neumann
 
 Das neue Vorstandsteam gemeinsam mit den Geehrten, die dem Verein seit beachtlicher Zeit die Treue halten (von links): Klaus Wieland, Elke Binder, Gerhard Rentschler, Bernhard Mohr, Barbara Stadler, Roland Cupal, Jasmin Fohrer, Jutta Härtner, Helmut Weisheit und Martina Giesinger. Foto: P. Neumann

Eine Reise ins spätantike Rom

Murrhardter Zeitung vom 13.08.2015

Frauenchor des Murrhardter Liederkranzes erlebte Rundbildszenerie im Gasometer Pforzheim

Hat im Gasometer auch die begleitende Ausstellung besucht: Der Frauenchor des Liederkranzes. Foto: J. Härtner

MURRHARDT (pm). „Gott sei Dank hat der Bus Klimaanlage!“ Das war der erste Gedanke der Ausflüglerinnen, die sich bei satter Sommerhitze auf eine Fahrt nach Pforzheim machten. Dank besagter Klimaanlage kamen die Sängerinnen und Freundinnen des Liederkranzes erfrischt und gut gelaunt im Pforzheimer Wildpark an, wie sie in einem Bericht wissen lassen. Unter schattigen Bäumen wurde das mitgebrachte, reichhaltige Picknick aufgebaut und mit großem Genuss verspeist. Danach ging es nach kurzer Fahrt zum Pforzheimer Gasometer mit dem weltgrößten 360-Grad-Panorama. Das riesige Rundbild des auf große Panoramabilder spezialisierten Künstlers Yadegar Asisi zeigt das antike Rom. Der Berliner hat eine perfekte Illusion der Millionenstadt Rom im Jahre 312 geschaffen. Das detaillierte Werk fängt einen historischen Moment ein: Es ist der Tag, an dem Kaiser Konstantin gerade an der Milvischen Brücke vor den Toren Roms seinen Kontrahenten und Schwager Maxentius besiegt hat und nun als alleiniger Herrscher mit seinen Soldaten in die Hauptstadt einzieht. Das Ereignis stellt einen Wendepunkt in der Geschichte dar, denn Konstantin stoppt die Christenverfolgung und schafft damit die Voraussetzung, dass das Christentum zur alleinigen Staatsreligion bestimmt wird.

Der geschichtliche Hintergrund, aber auch nähere Informationen zum Gasometer selbst wurden den Besucherinnen zuvor in einer Führung durch die begleitende Ausstellung erläutert. Dann folgte der große Moment: Nach einem Aufstieg auf den 15 Meter hohen Besucherturm wurden die Ausflüglerinnen von dem Ausmaß und der detailgetreuen, szenischen Darstellung in den Bann gezogen. Gänsehautfeeling stellte sich ein, als zu sehen war, wie sich der Tag neigt und die Sonne hinter den Hügeln Roms verschwindet und dann die simulierte Nacht wieder der Morgendämmerung mit Musik, Vogelgezwitscher, Hundegebell und Gemurmel der erwachenden Bewohner weicht. Je länger man verweilt, desto mehr fühlt man sich als Teil des beeindruckenden Panoramas, heißt es weiter im Bericht. Und so konnten sich die Besucherinnen nur zögerlich aus der Kulisse lösen und von ihrer Zeitreise in das spätantike Rom zurückkehren.

Wieder im Hier und Jetzt angekommen, erkundete die Gruppe anschließend die Pforzheimer Fußgängerzone. Wegen der Hitze fanden sich die meisten aber schnell bei einem erfrischenden Eisbecher ein oder besuchten eines der klimatisierten Kaufhäuser. Bei einer gemeinsamen Einkehr in Murrhardt fand der gelungene Tag seinen Abschluss.

2015 Zwei Chöre, ein großer Stimmkörper

Murrhardter Zeitung vom 03.07.2015

Da Capo auf Konzertreise in Schweden: Gospels in Stockholm – Vielleicht auch bald ein Auftritt in Murrhardt

Für Sightseeing blieb ein wenig Zeit: Da Capo vor dem Reichstag in Stockholm. Fotos: privat

MURRHARDT/STOCKHOLM (pm). „Everybody clap your hands!“, so lautete die Begrüßung der quirligen Dirigentin des Sollentuna Gospel Chors Karin Runow zur ersten Probe, bei der sich die Mitglieder des schwedischen Chors und die zwanzigköpfige Sängerschar des Da-Capo-Chors zum ersten Mal begegneten und kennenlernten.

Statt sich ans Üben der bekannten Songs zu machen, hatte sich Karin Runow überlegt, nach einer Begrüßungsrunde erst einmal völlig neue einzuüben. Das klappte gut und schon nach einer Stunde war aus den beiden Chören ein großer Stimmkörper entstanden.

Schon seit drei Jahren geisterte die Idee durch den Da-Capo-Chor des Liederkranzes, international einen Chor zu einem gemeinsamen Konzert zu treffen. Dirigentin Angela Westhäußer-Kowalski hatte Kontakt aufgenommen. Im vergangenen Herbst wurde endlich der Termin fixiert, Flüge und Unterkunft gebucht und alles geplant. Wie sehr diese Reise den Da-Capo-Sängern am Herzen lag, zeigt sich darin, dass jeder die Reise komplett auf eigene Kosten mitmachte.

Sogar eine Gruppe des Liederkranz-Jugendchors CHORrerros hatte es sich nicht nehmen lassen, bei dieser Konzertreise dabei zu sein. Ralf und Martina Wallau sowie Gaby und Erik Bodura hatten sich der Organisation der 5-tägigen Reise angenommen, für die musikalische Abstimmung mit dem Chor in Schweden sorgte Familie Westhäußer-Kowalski.

In aller Frühe ging es los zum Frankfurter Flughafen. Um Geld zu sparen und auch die Gemeinschaft im Da-Capo-Chor zu fördern, war die Unterkunft auf dem Campingplatz Rösjön in einfachen schwedischen Holzhäusern gebucht worden. Gleich nach der Ankunft war die erste mehrstündige Probe angesetzt. Unter wechselnder Leitung der beiden Dirigentinnen wurden die Konzertteile und die gemeinsam ausgesuchten Gospelsongs geprobt. Da Capo hatte für seinen Auftritt anspruchsvolle vier- bis fünfstimmige mitreißende rhythmische und melodiöse Gospels mitgebracht, die teilweise mit Saxofonsolo (Ralf Wallau) oder Soloeinlagen der CHORrerros aufgeführt wurden. Auch am nächsten Tag war nach dem Frühstück wieder eine Probe angesetzt. Je sicherer die Songs saßen, desto mehr Spaß machte auch das Üben in der Kirche Sollentuna Turebergskyrkan im Norden von Stockholm. Drei Profi-Musiker begleiteten zusätzlich die Chöre. Die Spannung stieg zusehends, ob das gemeinsame Konzert gelingen würde. Beide Chöre gestalteten jeweils einen eigenen Teil des Konzertes – in der Kombination für die zahlreichen Zuhörer etwas Besonderes, aber die schönste Erfahrung war das gemeinsame Singen beider Chöre. Die große Erleichterung, dass ein so tolles Konzert gelungen war, zeigte sich nach dem Konzert durch das spontane Weiterspielen der Band. Deutsche und schwedische Chormitglieder stimmten allseits bekannte Gospels wie „Oh Happy Day“ an. Anschließend hatte der Sollentuna Gospel Chor ein Buffet vorbereitet, das in ein gemütliches Beisammensein überging. Lustig stimmten die Schweden ein Kinderlied an, das die Deutschen an der Melodie erkannten und die hiesigen Strophen beisteuerten. Natürlich durften auch ABBA-Songs nicht fehlen.

Am nächsten Tag nahmen beide Chöre an einem Gottesdienst teil. Besonders anrührend war ein Kirchenlied, das die schwedischen Gottesdienstbesucher anstimmten und Da Capo auf der Bühne stehend mitsang.

Nach dem Gottesdienst war zum ersten Mal ein wenig Zeit, auf Entdeckungstour nach Stockholm zu fahren. Die lockere Atmosphäre Stockholms belohnte alle für die Konzertanstrengungen der vergangenen Tage. Ein weiterer Tag war dann komplett dem Sightseeing vorbehalten. „Es ist so unglaublich, wie Musik die Menschen verbindet“, so das Fazit der begeisterten Da-Capo-Reisenden. Ob Jugendliche oder schon fast Senioren, es spielte weder das Alter noch die Herkunft eine Rolle bei dieser Begegnung singender Schweden und Deutscher.

Nun hoffen die Da-Capo-Sänger, dass der schwedische Chor der Gegeneinladung nach Murrhardt folgt und es auch in der Walterichstadt ein gemeinsames, großes Konzert geben wird.

2015 Swingende Gospels, feierliche Choräle

Murrhardter Zeitung vom 10.03.2015

Chöre des Liederkranzes Murrhardt sangen Werke verschiedener Epochen und Stile bei geistlichem Konzert in St. Maria

Von Elisabeth Klaper

MURRHARDT. Unter dem Motto Frieden und Freundschaft präsentierten die Chöre des Liederkranzes ein stimmungsvolles geistliches Konzert in der katholischen Kirche St. Maria. Das abwechslungsreiche Programm umfasste Chorwerke aus unterschiedlichen Epochen und Stilen, Europa und Amerika.

Unter der Regie von Chorleiterin Angela Westhäußer-Kowalski liefen die kleinen und großen Sänger, die Dietrich Westhäußer-Kowalski am Klavier begleitete, zur Hochform auf. Voller Hingabe und Singfreude, in präzisem Zusammenwirken und mit deutlicher Textaussprache brachten sie die Melodien auf hohem Niveau überzeugend und harmonisch zum Ausdruck. Starken Beifall heimsten die Nachwuchssänger der Choriccolos und Chorinos ein mit einem Singspiel von Franz Moser zum Thema Frieden und Freundschaft in Europa.

Dafür hatten die Kinder und Jugendlichen ein großes Hintergrund-Plakat gestaltet mit Grüßen in verschiedenen Sprachen und Symbolen für Europa. In fröhlich bunter Kleidung boten die jungen Sänger die poppigen, eingängigen Melodien mit flotten rhythmischen Bewegungen und Gesten dar. Dass Europa ein großes Haus mit vielen Zimmern ist, symbolisierten die Schüler in „Wir bauen Europa“ mit großen Legosteinen. Im Begrüßungslied hießen sie einander in verschiedenen Sprachen willkommen. Die Texte der weiteren Lieder, wie „Alle sind wir Geschwister“ oder „Friede allen Menschen“ verkündeten die Botschaft, dass alle Menschen zusammen gehören und in Frieden und Freundschaft wie eine große Familie miteinander verbunden sein sollten.

Mit bezaubernd schönen Stimmen gestalteten acht junge Damen der Chorrerros einfühlsam drei melodiöse, zum Nachdenken anregende englischsprachige Songs: „You’re a friend“ von Lorenz Maierhofer, „I have a dream“ von Mary Donelli und „Dona, dona“ von Sholom Secunda. Für Begeisterung sorgten die Sänger von Da Capo, verstärkt durch die Chorrerros, mit bekannten Gospelsongs, die sie mit rhythmischer Performance mitreißend und swingend interpretierten.

Dabei bildeten die Stimmen einen mächtigen homogenen Klangkörper, der den ganzen Kirchenraum mal in voller Lautstärke, mal mit immer leiser werdendem Gesang erfüllte. Karibisches Temperament war zu spüren im rhythmisch betonten „Calypso Gloria“ von Emily Crocker und Henry O. Millsby. Mit großem Melodie- und Rhythmusgefühl gestalteten die Sänger einige Gospels von Ralf Grössler, wie „Sing a new song“, „Song of Joy“ oder „Holy“. Ein besonderer Hörgenuss war „Let us break“: Da bewies Sänger Ralf Wallau seine Jazzmusiker-Qualitäten mit ausdrucksstarken Saxofoneinlagen.

Wie schön auch der Frauenchor swingen kann, zeigten die Sängerinnen mit dem melodischen Traditional „Oh Lord“. Andächtig und ausdrucksvoll trugen sie das alte italienische Prozessionslied „Alta trinita beata“ eines anonymen Meisters vor. Der große Chor beeindruckte mit feierlichen, schwungvoll intonierten geistlichen Chorsätzen. In barocker Pracht erstrahlte das Halleluja nach Georg Friedrich Händel. Die ganze Klangfarbenfülle der Romantik entfaltete sich im „Vater unser“ und in „Preis und Anbetung“ von Christian Heinrich Rinck.

In vollendetem Wohlklang brachte die große Sängerschar „Herr, deine Güte“ von August Eduard Grell und „O Herr, gib Frieden“ von Dmitri Bortniansky zur Geltung. Stimmig verbanden die Sänger traditionelle und moderne Klangelemente zum melodisch vielschichtigen „Ave verum“ von Edward Elgar. Den Abschluss bildete der von allen Chören gemeinsam gesungene altirische Reisesegen, ein traditionelles irisches Lied, das tiefen Glauben und großes Gottvertrauen ausstrahlte. Die zahlreichen Zuhörer dankten den Mitwirkenden mit viel Applaus für das Hörerlebnis. Und der Liederkranz dankte der katholischen Kirchengemeinde mit einer Spende für die Orgelrenovierung dafür, dass die Chöre die Kirche St. Maria mit ihrer hervorragenden Akustik als Konzertsaal nutzen durften.