Der Murrhardter Liederkranz will sich neu aufstellen

Von ursprünglich acht Chören vor der Coronapandemie gibt es momentan noch zwei, Da Capo und den Kinderchor Choriccolos.
Für die Zukunft gilt es, das Niveau zusteigern und stärker öffentlich präsent zu sein, fordert der Vorstand bei der Mitgliederversammlung.

VON ELISABETH KLAPER

MURRHARDT. Die „Soiree am Feuersee“ war ein „gelungener Auftritt“, der zeigte, „welche Potenziale wir haben“, freute sich Vorsitzender Ralf Wallau. Aber: „Wir haben viel zu tun und große Herausforderungen
zumeistern“, betonte er bei der Mitgliederversammlung des Murrhardter Liederkranzes im Reinhold-Nägele-Saal der Walterichschule. Vor der Coronapandemie umfasste der älteste Verein der Walterichstadt acht
Chöre mit rund 80 Sängerinnen und Sängern, jetzt sind es noch rund 25 Erwachsene im Chor Da Capo und rund 20 Mädchen und
Jungen im Kinderchor Choriccolos.
Damit der Verein in Zukunft weiter besteht, „brauchen wir Nachhaltigkeit, ausreichend Sänger und Sängerinnen, eine Vision und Strategie“, auch um die aktuell bestehende Lücke zwischen dem Kinderchor und Da Capo zu schließen. Darum bat Wallau die Mitglieder, in der Sommerpause im Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis kräftig die Werbetrommel zu rühren. „Jede
und jeder kann singen.“ Weiter rief er sie dazu auf, Ideen und Vorschläge für das zukünftige Vereins- und Chorprofil zu sammeln, um festlegen zu können „wo wir hin wollen, was uns wichtig ist“.
Der Vorsitzende verdeutlichte: „Ein harter Schnitt ist erforderlich, wir müssen anders auftreten, interessant bleiben, Zuhörende begeistern. Wir haben etwa 20 Stücke sicher vierstimmig drauf und müssen so ein
Programm wie bei der Soiree jederzeit spontan und aus dem Stegreif singen können.“ Dazu brauche der Liederkranz sichere Sängerinnen und Sänger. „Regelmäßige Stimmbildung würde uns guttun.“ Der Verein und die Aktiven müssten stärkere Präsenz in der Öffentlichkeit zeigen, sprich öfter bei verschiedenen Veranstaltungen auftreten, auch um mehr Einnahmen zu erzielen, und insgesamt die Ausstrahlung und Außenwirkung verbessern. Dazu soll die Internetseite ein frisches Design bekommen und mit sozialen Medien verbunden werden. Chorleiterin Angela Westhäußer-Kowalski „findet immer passende Lieder und Programme für jeden Anlass, sie weiß genau, welche Potenziale wir haben und was wir können“.
Deshalb forderte Wallau die Chormitglieder auf, der Chorleiterin stets respektvoll zu folgen und mit aller Konzentration zu singen, so gut es geht. Mehrere Mitglieder äußerten unterschiedliche Meinungen:
Einige wollen künftig vor allem neue, moderne Melodien einstudieren, andere altbekannte „Lieder, mit denen man viele Erinnerungen verbindet“ weiter im Repertoire behalten, zudem wünschte jemand, mal
wieder deutsche Lieder zu singen, nicht nur englischsprachige.
Angela Westhäußer-Kowalski zog eine positive Bilanz: „Wir sind sehr gut über die Coronadurststrecke hinweggekommen.“ Bei der Soiree hätten sowohl der Kinderchor Choriccolos als auch Da Capo „sehr gute Auftritte gezeigt mit Freude am Singen, niveauvollem Programm, Rhythmusgefühl und freien Bewegungen zur Musik“, lobte die Chorleiterin. Nun gelte es, das Repertoire auszuweiten und das Niveau zu steigern.

Rasch hakte die Versammlung die Regularien ab: Geschlossen entlastete sie das Vorstandsteam. Bei den Wahlen bestätigte sie die erste stellvertretende Vorsitzende und Jugendreferentin Elke Bürkle, ebenso die zweite stellvertretende Vorsitzende Jutta Härtner in ihren Ämtern. Neue Schriftführerin ist Susanne Witzel, sie löst Michael Bunzel ab, der sich jahrelang auch als Notenwart stark für den Verein engagiert hat. Kassenprüferin bleibt Gerda Zopp, sie ist nun neue Notenwartin, ebenso Jutta Härtner. Vertreterin der Fördermitglieder bleibt Inge Oppenländer, Vorsitzender Ralf Wallau und Kassier Johannes Bay lösen Helmut Weisheit als Gerätewart ab.
Fürs Jahresprogramm 2023/2024 stehen noch nicht alle Termine fest. Geplant sind ein Weihnachtskonzerte in der Adventszeit 2023, ein Chorfreizeitprobenwochenende in Weikersheim Mitte März 2024, das Fest am 1. Mai wieder in Kooperation mit der Narrenzunft Murreder Henderwäldler sowie zwei große Konzerte mit dem französischen Partnerchor Chorale Interlude aus Château-Gontier-sur-Mayenn.

Quelle: Murrhardter Zeitung