Männerchor wird immer kleiner und älter

 

Murrhardter Zeitung vom 21.01.2012

Mehrheitsbeschluss in Liederkranz-Hauptversammlung: Beiträge werden erhöht – Verein sucht Sänger – Mitglieder geehrt

Für ihre langjährige Vereinstreue zeichnete der Liederkranz-Vorstand aus (von links): Edeltraud Sauter, Albert Bofinger, Trude Schüle, Erich Doderer, Manfred Bilzer, Gertrud Bilzer, Roswitha Scheib und Klärle Jung. Foto: E. Klaper

MURRHARDT (eke). Der Liederkranz Murrhardt „ist eine kleine, aber feine Singschule für Kinder und Erwachsene“, sagte der Vorsitzende Harold Gampper bei der gut besuchten Jahreshauptversammlung im Engel. Für deren Zukunft braucht der älteste Verein der Stadt neue männliche Sänger und finanzielle Sicherheit. Nach kurzer Diskussion stimmte die Mehrheit der Versammlung den vorgeschlagenen Beitragserhöhungen zu.

Ohne Spenden von Sponsoren und die Einnahmen des Maibaumfestes hätte es 2011 einen erheblichen Verlust gegeben, verdeutlichte Schatzmeister Klaus Wieland im Kassenbericht. Wäre das Wetter beim Maibaumfest in zwei Jahren hintereinander schlecht, Besuch und Einnahmen gering, würde das entstehende finanzielle Defizit das Fortbestehen des Liederkranzes gefährden, stellte Wieland klar. Daher entschied die Vereinsführung, die Mitgliedsbeiträge merklich zu erhöhen. „Der neue Beitrag sollte für mehrere Jahre Bestand haben“, erwiderte der Vorsitzende auf den Vorschlag, die Erhöhung über einen längeren Zeitraum zu staffeln. So beschloss die Versammlungsmehrheit die vorgeschlagene Anpassung. Erwachsene Sänger bezahlen nun 100 Euro pro Jahr (bisher 80 Euro), Ehepaare 90 Euro (bisher 70), Fördermitglieder 60 Euro (bisher 50), das erste Kind einer Familie 40 Euro (bisher 30), das zweite Kind 30 Euro (bisher 25), das dritte Kind und weitere bleiben beitragsfrei.

In den Chören und im 199 Mitglieder starken Verein herrsche überwiegend positive Stimmung dank Chorleiterin Angela Westhäußer-Kowalski: Sie bringe für jedes Alter das passende Liedgut mit, hob Gampper hervor. Die Riebesamstiftung habe dem Liederkranz angeboten, einen Übungsraum im umgebauten alten Feuerwehrgerätehaus kostenlos zu nutzen. Aber die Betriebskosten werden von der Stadtverwaltung getragen und auf die Benutzer umgelegt. Darüber werde der Vorstand demnächst mit Bürgermeister Armin Mößner und dem Ersten Beigeordneten Rainer Braulik sprechen.

Sorgen bereitet die Entwicklung im Männerchor: Er zählt nur noch 18 Sänger und das Durchschnittsalter beträgt 72 Jahre. Damit diese traditionsreiche Institution weiter bestehen kann, brauche man dringend neue Sänger, betonte Männerchor-Sprecher Heinz Klumbach. Der Frauenchor zählt 28 Sängerinnen und feiert heuer sein 60-jähriges Bestehen, sagte Frauenchorsprecherin Helga Reiher. Der Chor Dacapo ist auf 20 Sänger angewachsen, so Sprecherin Julia Oppenländer. Über 60 Kinder und Jugendliche singen in den vier Nachwuchs-Chören mit, sagte deren Sprecherin Elke Veitinger. Die Klarheit und Ausdrucksfähigkeit der Stimmen habe sich deutlich gesteigert, hob Chorleiterin Angela Westhäußer-Kowalski hervor.

Einstimmig erteilte die Versammlung dem Vorstand die von Kassenprüferin Doris Rössle beantragte Entlastung. Die Wahlen brachten einige neue Gesichter in Vorstand und Ausschuss: Heide Wirth-Zemann ist nun Schriftführerin, Gabriele Muschel-Bodura DaCapo-Sprecherin, Dieter Pfizenmaier Beisitzer des Männerchors, Jutta Härtner und Andrea Ehrhardt sind Beisitzerinnen des Frauenchors. Vorsitzender Harold Gampper, Schatzmeister Klaus Wieland, Pressereferentin Barbara Stadler, Kinder- und Jugendchor-Sprecherin Elke Veitinger und Kassenprüfer Manfred Fleschmann wurden in ihren Ämtern bestätigt.

Außerdem nahmen Harold Gampper und seine Stellvertreter Heinz Klumbach und Helga Reiher Ehrungen vor. Seit 65 Jahren singt der nun über 90-jährige Erich Doderer im Männerchor und erhielt einen Ehrenbrief vom Schwäbischen Chorverband. Edeltraud Sauter singt seit 50 Jahren im Frauenchor und bekam die goldene Ehrennadel des Deutschen Chorverbands. Seit 40 Jahren singen Gertrud Bilzer und Klärle Jung mit: Sie erhielten die silberne Ehrennadel des Schwäbischen Chorverbands und wurden zu Ehrenmitgliedern des Liederkranzes ernannt. Roswitha Scheib ist seit 25 Jahren Chorsängerin: Sie bekam die silberne Ehrennadel des Chorverbands Friedrich Schiller sowie eine Kette als Ehrengabe des Vereins. Mit Geschenken dankte die Vereinsführung den Fördermitgliedern Albert Bofinger, der seit 60 Jahren den Liederkranz unterstützt, Manfred Bilzer und Trude Schüle, die seit 40 Jahren dem Verein treu sind und auch mitsingen, sowie Ulrich Burr, der seit 25 Jahren den Liederkranz fördert.

Höhepunkt des Jahresprogramms ist das Jahreskonzert mit allen Liederkranz-Chören am 24. März in der Festhalle. Dabei erklingen Melodien aus dem Musical „Oklahoma“, eine Gershwin-Revue, Hits aus „Grease“ und die „Seefahrt nach Rio“. Am 30. April und 1. Mai steigt das Maibaumfest, und am 8. Dezember singen die Chöre Advents- und Weihnachtslieder in der Stadtkirche.

Schwungvolles Advendskonzert

Murrhardter Zeitung vom 05.12.2011

MURRHARDT (eke). Mitreißend beschwingte und besinnlich stimmungsvolle Advents- und Weihnachtsmelodien sangen die Chöre des Liederkranzes Murrhardt beim Adventskonzert in der vollbesetzten Stadtkirche im Rahmen des Murrhardter Weihnachtsmarktes. Viel Freude machten die Kinder- und Jugendchöre (Foto) den Zuhörern mit ihren schwungvollen Darbietungen von Weihnachtswichtelliedern, modernen rhythmischen Chorsätzen von John Rutter und Gospels. Die Chorformation DaCapo begeisterte mit swingenden Melodien aus der Gospelmesse „Mass of Joy“ von Ralf Grössler. Der große Chor mit Männer- und Frauenchor sowie DaCapo-Sängern präsentierte mit Verve Auszüge aus der romantischen Chormesse in G-Dur von Charles Gounod. Höhepunkte waren einige Stücke, die alle Chöre gemeinsam vortrugen. So den Kanon „Hallelujah“ nach Georg Friedrich Händel zum Auftakt, das Halleluja aus Taizé und das Lied „Fröhliche Weihnacht überall“ am Schluss, bei dem die Zuhörer mitsangen. Die Leitung hatte Angela Westhäußer-Kowalski, ihr Mann Dietrich Westhäußer-Kowalski begleitete am Klavier. Foto: E. Klaper

Zwei Lieder unter der Kanzel der Frauenkirche

Murrhardter Zeitung vom 29.10.2011

Zweitägiger Jahresausflug führte den Liederkranz Murrhardt nach Meißen und Dresden


Gänsehautfeeling: Die Mitglieder des Liederkranzes traten unter der Leitung von Angela Westhäußer-Kowalski in der Dresdener Frauenkirche auf und bekamen von den Besuchern des Gotteshauses viel Beifall. Foto: privat

MURRHARDT (pm). Der Liederkranz Murrhardt genoss zwei wunderschöne Tage voll historischer und kultureller Höhepunkte in Meißen und Dresden. Zunächst besichtigten die Ausflügler die Porzellanmanufaktur in Meißen mit einer Führung durch das Porzellanmuseum und die Schauwerkstatt. Ein Bummel durch die historische Altstadt von Meißen mit seinem Dom und der Albrechtsburg schloss sich an. Der erste Tag der Fahrt, die Harold Gampper organisiert hatte, klang im sächsisch-böhmischen Bierhaus Altmarktkeller in Dresden mit Oktoberfeststimmung und einer Trachtenkapelle aus.

Am nächsten Morgen dann eine Stadtrundfahrt durch Dresden: Vorbei ging es an den berühmten Elbbrücken und an der im Bau befindlichen Waldschlösschenbrücke. Ab der Semperoper ging die Fahrt in eine Stadtführung über: vorbei am Zwinger und dem Zwingerturm mit dem Glockenspiel aus Meißner Porzellan, weiter zum Fürstenzug. Das ungewöhnliche Kunstwerk zeigt auf 25000 Meißner Porzellanfliesen alle sächsischen Herrscher während der 800-jährigen Geschichte Sachsens. Auf der Brühlschen Terrasse belohnten die Ausflügler herrliche Blicke auf die Elbe. Dann durchstreifte die Gruppe die Münzgasse und steuerte die wiederaufgebaute Frauenkirche an. Nach langer Wartezeit vor dem Gotteshaus ging in der Kirche für die Mitglieder des Liederkranzes ein Traum in Erfüllung: Unter der Leitung von Angela Westhäußer-Kowalski trug der Chor vor der herrlichen Kanzel zwei Lieder vor. Freude und Gänsehautfeeling bei den Sängern – nicht zuletzt ausgelöst vom Beifall der Besucher in der Kirche. Sportlich zeigten sich die Besteiger des Kirchturmes.

Abschließend stand das Grüne Gewölbe im wieder aufgebauten Residenzschloss auf dem Programm.

Blick auf schroffe Felsen

Murrhardter Zeitung vom 22.07.2011

Frauenchor des Liederkranzes Murrhardt war auf Tour

Auf Erkundung in Bad Urach: Frauenchor und Gäste bei der Stadtführung. Foto: J. Härtner

MURRHARDT (pm). Der Frauenchor des Murrhardter Liederkranzes machte sich zur Schwäbischen Alb auf. Die Sängerinnen und ihre Gäste nutzten die Busfahrt und stimmten Lieder an. In Blaubeuren, dem ersten Ausflugsziel angekommen, wurde der Blautopf besichtigt, schreibt der Frauenchor in einem Bericht. Die zweitreichste Karstquelle Deutschlands, ein Ort umwoben von Sagen und Legenden. In dem Zungenbrecher „S’leit a Klötzle Blei glei bei Blaubeira, glei bei Blaubeira leit a Klötzle Blei“ spiegelt sich die Sage um eine Nixe wider, die das Ausloten der Tiefe des Blautopfs vereitelt haben soll, indem sie das Bleigewicht stahl. Weitbekannt ist auch die „Schöne Lau“ – die Tochter einer Menschenfrau und eines Wassernix aus dem Schwarzen Meer –, die von ihrem Gemahl in den Blautopf verbannt wurde. Die anschließende Panoramafahrt mit dem Blautopfbähnle bot eindrucksvolle Ausblicke in und auf die Stadt Blaubeuren, sowie das schöne Tal mit schroffen Felsgebilden und urzeitlichen Höhlen.

Nachdem sich die Frauen an einem gut bestückten Vesperbuffet gestärkt hatten, wurde das zweite Ausflugsziel, Bad Urach, angesteuert. Eine kurzweilige Stadtführung hielt die Geschichte der ehemaligen Residenzstadt und des heutigen Luftkurorts und Heilbads am Rande der Schwäbischen Alb bereit – inklusive des spätmittelalterlichen Marktplatzes mit Rathaus und Fachwerkhäusern. In Rienharz fand der schöne Tag seinen Abschluss.